Dieses alte Sprichwort beinhaltet viel Wahrheit, liegen doch vielen gesundheitlichen Störungen falsche Ernährung und Lebensstil zugrunde. In der Praxis hat sich gezeigt, dass der gesundheitliche Zustand durch eine angepasste Ernährungs- und Lebensform sehr stark beeinflusst werden kann. Daher spielt die Ernährungstherapie in der gesamthaften Behandlung eine wichtige Rolle.
Aber gerade in diesem Bereich ist es schwierig erfolgreich zu therapieren. Allzu oft werden Ernährungsgewohnheiten nicht gerne verändert. Ebenso fällt es einem schwer den Lebensstil und gewisse Verhaltensmuster zu ändern.
Kleine Änderungen
Änderungen sind einfacher durchzuführen, wenn diese langsam und gezielt angegangen werden. Wenn Sie Raucher und übergewichtig sind, wäre es falsch zu verlangen sofort mit dem Rauchen aufzuhören und gleichzeitig eine strenge Diät zu machen. Für mich ist es wichtig, dass dabei die Lebensfreude und auch die Lust am dasein nicht verloren geht. Auch soll die Nahrungsaufnahme nicht zu einer mit wiederwillen geprägten Handlung verkommen.
Säure-Basenhaushalt
Der Übersäuerung wird oft die Schuld aller Erkrankungen zugeschoben. Sicher spielt die Gewebeübersäuerung vor allem bei rheumatischen Erkrankungen eine grosse Rolle. Zudem wird die Regulationsfähigkeit des Organismus negativ beeinflusst in dem die zelluläre Nährstoffaufname und Abgabe gestört wird. Bei verschiedenen Krankheiten wie Arthrose, Fibromyalgie, Migräne, Steinbildungen, Karies, Muskel- und Rückenschmerzen etc. muss der Säure-Basenhaushalt näher betrachtet werden.
Säurebildner meiden
Bei der Nahrungsaufnahme muss darauf geachtet werden, dass ein ausgewogenes Verhältnis von säure- und basenbildenden Nahrungsmittel zugeführt wird.
Säurebildend sind:
Getreide und Brotwaren
Reis, Teigwaren
Fleisch
Süssgetränke wie Cola, Sinalco, Rivella
Käse, Milchprodukte
Erdnüsse, Walnüsse, Mandeln
basenbildend sind:
Gemüse
Früchte
Mineralwasser, Aufgegossener Grün- und Früchtetee
Bier, Rotwein
Haselnüsse
Diese Lebensmittel sind aber viel differenzierter in ihrer Säurebildung zu beschreiben. Ein wichtiger Wert gibt der so genannte PRAL-Wert. Der Pralwert gibt an, mit welcher Säureladung für die Nieren zu rechnen ist, wenn das entsprechende Nahrungsmittel zugeführt wird. Es ist also viel wichtiger zu unterscheiden, ob ich auf einem Teller mit verschiedenen Nahrungsmittel am Ende einen neutralen oder leicht basenüberschüssigen Wert erhalte.
In der unten eingefügten PDF-Datei, kann auf der Liste der PRAL-Wert verschiedener Nahrungsmittel einfach ermittelt werden.
Täglich sollten wir über die Nahrung 5 Portionen Früchte und Gemüse zuführen. Erfahrungsgemäss gelingt dies dem grössten Teil der Bevölkerung nicht. Gerade auch Umwelteinflüsse, Stress, Medikamente, Rauchen etc. verbrauchen viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Gerade der Raucher verbraucht mehr Antioxidantien (z.B. Vitamin C) als der Nichtraucher. Dies bedeutet, dass von aussen her mehr dieser Antioxidantien zugeführt werden müssen. Auch Entzündungen und Rheuma brauchen mehr Vitalstoffe.
Im Bereich unserer Ernährungstherapie werden verschiedene Vitamine, Mineralien und Spurenelemente in höheren Dosierungen verabreicht um einen therapeutischen Effekt zu erzielen.