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Die Blutegeltherapie ist ein Säfte abziehendes, Blut verdünnendes Verfahren. Der Blutegel gehört zu der Familie der Ringelwürmer und ist ein höchst interessantes Tier. Der Blutegel ist in stillen Gewässern vorzufinden. Auch in der Schweiz gibt es   Egelarten (kantonal geschützt). Der Blutegel wird bis zu 30 Jahre alt und ist vom Geschlecht her ein Zwitter. Als Jungtier ist er männlich und wird nach ca. 2 Jahren weiblich.
Wenn der Blutegel einmal angebissen und sich voll gefressen hat, so reicht ihm diese Mahlzeit 6–12 Monate. In der Natur ernährt sich der junge Egel vom Blut von Fröschen, Echsen und kleinen Fischen. Der Blutegel bevorzugt aber das Blut von Warmblütler und so ist ihm der Mensch natürlich sehr willkommen.

Wir verwenden ausschliesslich Zucht-Egel.

Die Egeltherapie kommt u.a. bei folgenden Krankheiten zum Einsatz:

· Venenleiden (Krampfadern, schwere, geschwollene Beine)
· Offenes Bein, schlechte Wundheilung
· Bluthochdruck
· Hämorrhoiden
· Migräne / Kopfschmerzen
· Arthrose (Wirkung in Studien belegt)
· Fülle–Zustände
· Gicht
· Chron. Krankheiten
· Immunstimmulation

Blutegel am Kniegelenk. In der Regel werden ungefahr 2-3 Tiere pro Sitzung verwendet.

Hirudo medicinalis, so der offizielle Name des medizinischen Blutegels

 

Welche Wirkung hat die Blutegeltherapie?

Der Speichel des Blutegels besteht aus über 200 Substanzen, wobei davon erst ca. 30 näher untersucht wurden.
Hirudin, Eglin, Calin, Hyaluronidase, Bdelline und Antistasin sind einige der wichtigsten Inhaltsstoffe.

Hirudin hemmt vor allem lokal die Blutgerinnung. Eglin hemmt die Blutgerinnung und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Calin hemmt ebenfalls die Blutgerinnung im Körper und sorg dazu, dass die Bissstelle ca. 12-24 Stunden nachblutet (dieser Effekt ist erwünscht).
Hyaluronidase ist ein Enzym, welches den Lymphfluss beschleunigt und so auf diesem Weg für eine effektive Elimination von Stoffwechselendprodukten sorgt.

Durch die Egeltherapie und der daraus resultierenden Reperatureffekte des Körpers, wirkt die Egeltherapie:

  • Gerinnungshemmend
  • Entzündungshemmend
  • Antithrombotisch
  • Schmerzlindernd
  • Immunsystemanregend
  • Gefässkrampf-Lösend
  • Durchblutungsfördernd
  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung Zelle/Gewebe

Die Blutegeltherapie darf in einigen Situationen nicht durchgeführt werden. Wenn gastrointestinale Blutungen (z.B. Magengeschwür, Darmentzündungen) vorliegen, Patienten bereits mit Marcumar das Blut verdünnen oder eine erhöhte Allergiebereitschaft haben, darf nicht therapiert werden.
Kurz vor Operationen, bei Blutarmut, schlechter Wundheilung, alten geschwächten Personen und Kindern ist ebenfalls von der Therapie abzusehen.

Die Indikationsstellung erfolgt aus diesen Gründen sehr genau. Anzumerken ist, dass die Bissstelle zu kleinen Narben führen, welche aber in der Regel, wenn keine übermässige Neigung zu Narbenbildung (Keloidbildung) besteht, nach einigen Wochen verschwinden.



 
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